Besonders für Selbstständige wichtig: Geld
Wir diskutieren, wann es trotz eines vermeintlich niedrigen Honorars in Ordnung ist, ein Projekt anzunehmen und wie man dabei seine Arbeit nicht unter Wert verkauft.
Denn eine der grundlegenden Fragen, mit denen sich wahrscheinlich jede/r Selbstständige konfrontiert sieht, lautet: Wie viel sollte man für seine Arbeit verlangen?
Lieber lesen als anhören?
In der heutigen Folge des Podcasts "Pioniere der Prävention" geht es um ein Thema, das vor allem für Selbstständige von großer Bedeutung ist: Geld.
"Sehr geringer Stundensatz - Wann Sie trotzdem zusagen sollten!"
Wir diskutieren in der Episode, wann es trotz eines vermeintlich niedrigen Honorars in Ordnung ist, ein Projekt anzunehmen und wie man dabei seine Arbeit nicht unter dem Wert verkauft.
Der Wert Ihrer Arbeit
Die Grundsatzfrage, die sich wahrscheinlich alle Selbstständigen stellen, ist:
Wie viel sollte man für seine Arbeit verlangen?
Oftmals orientiert man sich an den niedrigsten Preisen in der Branche, aus Angst, einen zu hohen Stundensatz zu verlangen. Doch dieser Ansatz führt zu einer Spirale nach unten und verhindert, dass wir das verdienen, was wir eigentlich verdienen sollten. Die meisten ExpertInnen empfehlen einen Stundensatz zwischen 100 und 200 Euro in der Arbeitspsychologie. Es ist aber wichtig, sich über zwei Preise im Klaren zu sein:
- Gewünschter Stundensatz, den man ohne Zögern und mit Überzeugung nennen kann
- Das absolute Minimum, das man akzeptieren würde
Die Ausnahme bestätigt die Regel
Es gibt jedoch Situationen, in denen es durchaus akzeptabel ist, einen eigentlich zu niedrigen Stundensatz anzunehmen.
Hier sind einige Überlegungen bzw. Tipps, die in einer solchen Situation in Betracht gezogen werden können.
Nehmen wir mal an:
Man bekommt ein Angebot von einem Kooperationspartner für 60 Euro die Stunde. Diese werden für die Workshops und die Vor- und Nachbereitung bezahlt.
- Wiederholende Workshops
Wenn es sich um eine Serie von Workshops handelt, bei denen jedes Mal dieselben Inhalte vermittelt werden, kann man mit zunehmender Routine schneller in der Vor- und Nachbereitung werden. In diesem Fall könnte man auch für jede Workshop-Stunde eine zusätzliche Stunde für Vor- oder Nachbereitung berechnen und somit de facto einen höheren Stundensatz erzielen
- Fahrtkosten
Wenn der Auftraggeber die Fahrtkosten zusätzlich zum Stundensatz übernimmt, kann dies den Gesamtwert des Projekts erhöhen und den niedrigeren Stundensatz ausgleichen
- Zusätzliche Vorteile
Es gibt aber auch andere Gründe, warum man trotz eines niedrigeren Honorars ein Projekt annehmen könnte. Dazu zählen die Möglichkeiten, die Arbeit als Referenz auf der eigenen Website zu präsentieren, die Chance, über die Zusammenarbeit einen oder zwei Blogbeiträge zu schreiben, die Aussicht auf Lernen und Mentoring von einem erfahrenen Partner oder die Tatsache, dass man im geplanten Zeitraum vielleicht eh keine anderen Projektaufträge hat.
Meine persönlichen Erfahrungen
In meiner langjährigen beruflichen Laufbahn habe ich bereits mehrere Projekte mit einem eigentlich zu niedrigen Stundensatz angenommen. Und ich tue es immer noch.
Sie mögen sich fragen, warum ich das tue, obwohl es finanziell gesehen vielleicht nicht so optimal wirkt. Die Antwort liegt darin, dass mir diese Projekte neben dem reinen Geldwert noch andere Vorteile bieten.
Meine derzeitige Zusammenarbeit mit einem Ausbildungsinstitut für Arbeitsmedizin. Hier überarbeiten wir gemeinsam den Masterlehrgang für Arbeits- und Organisationsmedizin. Obwohl mein Stundensatz dabei geringer ist als üblich, gibt es gute Gründe, warum ich mich für dieses Projekt engagiere:
- Langjährige Kundenbeziehung & Reputation – das Institut ist nämlich ein langjähriger Kunde, mit dem ich bereits viele positive Erfahrungen gemacht habe. Durch die weitere Zusammenarbeit erweitere ich nicht nur mein Netzwerk, sondern stärke auch meine Reputation in der Branche.
- Zusammenarbeit mit ExpertInnen – In diesem Projekt arbeite ich mit herausragenden Fachleuten zusammen, von denen ich viel lernen und mich weiterentwickeln kann. Der Wissensaustausch und das Mentoring sind für mich von unschätzbarem Wert.
- Inhaltliche Relevanz – die Neugestaltung des Masterlehrgangs ist ein Bereich, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. Ich habe also durch diesen Auftrag die Möglichkeit, die psychologischen Inhalte mitzugestalten und somit mein Fachwissen einzubringen. Dies ist auch für meine zukünftige Lehrtätigkeit von großer Bedeutung.
Das nehmen wir uns für die Zukunft mit:
Es ist wichtig zu erkennen, dass der Wert einer Zusammenarbeit nicht allein anhand des Stundensatzes gemessen werden sollte. Manchmal bieten Projekte auch andere langfristige Vorteile wie den Aufbau von Kundenbeziehungen, die Weiterentwicklung des eigenen Fachwissens oder die Chance, die eigene Reputation zu stärken. Natürlich ist es entscheidend, den eigenen Wert zu kennen und sich nicht grundsätzlich unter Wert zu verkaufen. Dennoch kann es Situationen geben, in denen man trotz eines niedrigeren Honorars ein Projekt mit gutem Gewissen annimmt, solange der Gesamtnutzen langfristig gesehen die finanziellen Einbußen ausgleicht.
Überlegen Sie mal:
Wie ist es bei Ihnen? Wovon machen Sie es abhängig, ob Sie einen geringen Stundensatz trotzdem annehmen?
Erzählen Sie mir gerne Ihre Sicht auf LinkedIn oder Twitter mit dem #pionierederpravention oder einer Direktnachricht.
Nützliche Links
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