In dieser Podcast-Episode erzähle ich Ihnen von meinem zweiten Halbjahr als selbstständige Mama. Es gibt ehrliche Antworten: Was lief super? Was war eine Katastrophe?
Anfang Februar 2022 bin ich Mama geworden. Meine Tochter ist jetzt ziemlich genau 1 Jahr alt.
Meine Mutterschaft habe ich zum Anlass genommen für Podcast-Episoden. Denn vielleicht hören hier ja auch Leute zu, die selbstständig sind und über Elternschaft nachdenken. Oder die frische Eltern sind und sich selbstständig machen wollen.
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In der Podcast-Episode 111 erzähle ich von meinem zweiten Halbjahr als selbstständige Mama. Also vom Zeitraum, wo meine Tochter 6 Monate alt war bis zum 1. Geburtstag.
Anfang Februar 2022 bin ich Mama geworden. Meine Tochter ist jetzt ziemlich genau 1 Jahr alt. Und das habe ich zum Anlass genommen für Podcast-Episoden. Vielleicht hören hier ja auch Leute zu, die selbstständig sind und über Elternschaft nachdenken. Oder die frische Eltern sind und sich selbstständig machen wollen.
Also was war nun los bei mir:
August (Tochter ist 6 Monate):
Im August war der 2. Monat meiner kurzen Karenzpause. Mein Mann war in Elternzeit und ich bin 2 Monate voll arbeiten gegangen.
Viele Freundinnen mit kleinen Kindern (oft seit 1-3 Jahren daheim vom Angestelltenjob) haben mich gefragt: "Und wie ist es so, wieder zu arbeiten?"
Ehrliche Antwort:
Die ersten 3 Tage war es seltsam, dann ging es sehr gut. Mein Mann hatte das voll im Griff, die beiden haben viel miteinander gemacht, er hat de facto die Beikost-Einführung erledigt und die Kleine hat sich gefreut, wenn ich am Nachmittag wieder heimgekommen bin, aber ist in der Früh nicht traurig gewesen, wenn ich gegangen bin. Also alles super. Ich arbeite ja auch wirklich gern.
Ich habe aber viele irritierte Blicke geerntet. Offenbar wurde erwartet, dass der Wiedereinstieg schwer fällt, dass es schwer fällt, sich wieder auf Berufliches zu fokussieren. Aber ich glaube, als Selbstständige ist es ja wirklich anders als bei Angestellten.
Eine angestellte Freundin hat erzählt, dass es während ihrer Karenz viele Personalwechsel gab. Sie kennt nun die ganzen KollegInnen nicht mehr, wenn sie zurückkommt. Das habe ich nicht.
Und eine andere Freundin hat erzählt, dass es so hektisch ist in der Arbeit und dieses von 100 auf 0 und dann wieder auf 100 zurück im Job hat sie fertig gemacht.
Auch das hatte ich so ja nicht, weil ich erstens selbst steuern kann, wie viel ich arbeite und ich habe ja auch immer nebenbei ein bissl was gemacht.
Die letzten 3 August-Tage waren nochmals sehr intensiv mit dem Online-Kongress. Trotzdem habe ich geschaut, dass ich immer zum Abendessen wieder daheim war.
September (Tochter ist 7 Monate):
Da war ich wieder zurück in der offiziellen Elternzeit. Das war ein harter Schnitt nach dem Kongress mit viel Austausch und Arbeitsinhalten.
Ab September hatte ich auch Termine vor Ort bei 2 Stammfirmen. Die einen betreue ich seit 2019 und es hat sich das Projekt durch die Pandemie verschoben und dann kam meine Schwangerschaft.
Die zweite Firma betreue ich seit 2014 immer wieder. Sie wollten wieder eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen machen. Eigentlich hätten sie es für 2021 geplant gehabt, aber sie haben das dann aufgrund meiner Schwangerschaft um 1 Jahr verschoben, weil sie keine/n andere/anderen ArbeitspsychologIn wollten. Das hat mich sehr gefreut!
Wir haben alle 4 Großelternteile im gleichen Bezirk in Wien und diese haben zugesagt, dass sie uns bzw. mich unterstützen, dass ich eben jede Woche ein bisschen was arbeiten gehen kann. So habe ich eine Excel-Liste angelegt mit meinen geplanten Terminen und wer wann auf meine Tochter aufpasst.
Das Problem war: Bei meiner Tochter (7 Monate alt) startete die erste Fremdelphase voll. Auch bekannt als 8-Monats-Angst.
Psychologisch steckt dahinter: Sie versteht, dass ich weiter existiere, auch wenn ich nicht bei ihr bin. Und sie unterscheidet immer stärker zwischen Bezugspersonen.
Das resultierte in Angst, wenn ich weggegangen bin. Also sie begann zu schreien, teilweise schon, wenn ich aufs Klo gegangen bin. Und sowieso, wenn sie am Arm eines Großelternteils gewesen ist, ich mich angezogen und mich von ihr verabschiedet habe bei der Haustür.
Im September war es aber noch recht ruhig (auch weil wir da Corona hatten und ich einige Termine verschieben musste). Aber das Weggehen war immer ein Drama!
Wie die weiteren Monate (Oktober bis Jänner) jeweils gelaufen sind, hören Sie in dieser Podcast-Folge 111!
Mein Fazit:
Natürlich ist es manchmal mühsam mit solchen Entwicklungsprozessen wie dem Fremdeln oder Kinderkrankheiten, die zeitlich immer ungelegen kommen. Aber ich bin ja flexibel und meine KundInnen sind verständnisvoll. Und ich bin so dankbar für die Familie, die mich viel unterstützt!
Dadurch konnte ich im vergangenen Jahr weiterhin ein bisschen arbeiten, hatte nie das Gefühl den Anschluss zu verlieren oder "nur noch Mama" zu sein oder beruflich nichts mehr wert zu sein. Das kenne ich leider von angestellten Freundinnen...
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